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Romset mit clrmamepro auf MAME-Version bringen

ROMs & Recht 11. Februar 2025 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Mit dem passenden DAT-File deiner MAME-Version scannt clrmamepro dein Set, ersetzt falsche Dateien und benennt Clones um, sodass es exakt zu deiner Version passt.

Inhalt
  1. Warum ein Romset an eine MAME-Version gebunden ist
  2. Das richtige DAT-File deiner Version holen
  3. clrmamepro einrichten und Profil anlegen
  4. Set-Typ und Zielordner festlegen
  5. Scannen und die Ergebnisse verstehen
  6. Fehlende Dateien ergänzen (Rebuild)
  7. Ergebnis prüfen und in MAME testen

Du hast Platinen-Dumps aus deiner eigenen Sammlung oder ein legal bezogenes Set, aber MAME meldet beim Start „wrong checksum“ oder findet einzelne ROMs gar nicht. In den meisten Fällen ist keine Datei kaputt. Dein Set wurde schlicht für eine andere MAME-Version gebaut. Genau dafür gibt es Rom-Manager wie clrmamepro. Damit vergleichst du dein Set gegen eine exakte Liste deiner Version und lässt fehlerhafte Namen und Ablageorte automatisch reparieren. Wie du legal an ROMs kommst, klärt der Beitrag ROMs legal beschaffen; hier geht es um das Anpassen eines Sets, das du bereits rechtmäßig besitzt.

Warum ein Romset an eine MAME-Version gebunden ist

MAME ist in erster Linie ein Dokumentationsprojekt. Mit fast jeder Version wandert das Wissen über die echte Arcade-Hardware weiter, und das ändert die ROM-Definitionen. Ein neuer, sauberer Dump einer Platine bekommt eine andere Prüfsumme. Sets werden umbenannt, sobald sich herausstellt, dass ein Spiel eigentlich eine Region-Variante eines anderen ist. Gemeinsame Bausteine wie CPU-Decrypter oder Sound-Chips wandern in eigene Device-Sets, damit sie nicht in jedem Spiel doppelt liegen.

Das Ergebnis: Jede MAME-Version erwartet ganz bestimmte Dateien mit ganz bestimmten CRC- und SHA1-Prüfsummen, abgelegt in ganz bestimmten Zip-Archiven. Ein Set, das für 0.245 gebaut wurde, kann unter 0.261 an mehreren Stellen fehlschlagen, weil ein Clone jetzt anders heißt oder ein BIOS-ROM in ein separates Archiv ausgelagert wurde. Der Klassiker ist Neo-Geo: Verschiebt sich das neogeo-BIOS, meckert plötzlich jedes einzelne Neo-Geo-Spiel.

Das richtige DAT-File deiner Version holen

Ein DAT-File ist die maschinenlesbare Vollständigkeitsliste einer MAME-Version. Es enthält jeden Set-Namen, jede enthaltene ROM-Datei, deren Größe und deren CRC- sowie SHA1-Prüfsumme. clrmamepro nutzt dieses DAT als Sollzustand. Deshalb muss das DAT exakt zu der mame-Version passen, die du auch startest.

Du brauchst keine fremde Quelle dafür, denn MAME erzeugt das DAT selbst. Öffne eine Kommandozeile im MAME-Ordner und lass dir die vollständige Definition ausgeben:

mame -listxml > mame.xml

Die entstehende mame.xml ist bereits ein gültiges DAT im MAME-Format. Alternativ kann clrmamepro das Profil direkt aus deiner mame-Programmdatei ziehen, dazu gleich mehr. Prüfe im Zweifel deine Version über den Fenstertitel oder mame -help, damit DAT und Emulator wirklich zusammengehören.

clrmamepro einrichten und Profil anlegen

clrmamepro ist ein Windows-Werkzeug von Roman Scherzer und läuft unter Linux sauber über Wine. Lade es nur von der offiziellen Projektseite (clrmamepro), dann bist du auf der sicheren Seite.

Nach dem Start landest du im Hauptfenster mit den Schaltflächen Profiler, Settings, Scanner und Rebuilder. Öffne zuerst den Profiler. Dort ziehst du deine mame.xml per Drag-and-drop hinein, oder du wählst „Create profile from emulator“ und zeigst clrmamepro deine mame-Programmdatei. In dem Fall baut es das DAT selbst und du sparst dir den -listxml-Schritt. Ein Doppelklick auf das neue Profil macht es zum aktiven Datensatz für alle folgenden Aktionen.

Set-Typ und Zielordner festlegen

Bevor du scannst, muss clrmamepro wissen, wo deine Dateien liegen und in welcher Struktur es sie erwarten soll. Öffne die Settings und arbeite zwei Punkte ab:

  • Paths: Trag unter „rompaths“ den Ordner ein, in dem deine Zip-Archive liegen (also das, was in MAME dein rompath ist). Neo-Geo braucht sein neogeo-BIOS im Pfad; bei CPS oder System 16 müssen die gemeinsamen Device- und Parent-Sets ebenfalls im rompath liegen. Falls du CHD-Dateien hast, setz auch den passenden Pfad.
  • Rom-Sets: Hier legst du fest, ob dein Set als Merged, Split oder Non-Merged organisiert sein soll. Diese Entscheidung bestimmt, wie clrmamepro Clones ablegt und was es als überflüssig markiert. Wenn dir die Unterschiede noch unklar sind, hilft Merged, Split oder Non-Merged weiter.

Achte außerdem auf die Kompressor-Einstellung. Übliche Sets liegen als reguläre Zip-Archive oder als TorrentZip vor. Belass es bei Zip, wenn du nicht bewusst etwas anderes brauchst.

Scannen und die Ergebnisse verstehen

Jetzt öffnest du den Scanner, aktivierst die Prüfung von Sets und Roms und startest den Durchlauf. clrmamepro berechnet für jede Datei die Prüfsumme und vergleicht Größe sowie CRC und SHA1 mit dem DAT. Am Ende listet es dir die Abweichungen. Die wichtigsten Meldungen:

  • missing: Die Datei fehlt komplett. Sie steckt weder im richtigen Archiv noch woanders.
  • wrong checksum: Der Dateiname stimmt, aber der Inhalt gehört zu einer anderen Version. Das ist der typische Grund für die MAME-Meldung beim Start.
  • wrong name oder wrong placement: Die Datei ist inhaltlich korrekt, liegt aber unter falschem Namen oder im falschen Archiv (etwa ein Clone-ROM, das ins Parent-Set gehört).
  • not needed: Eine Datei, die deine Version gar nicht mehr kennt. Sie stört nicht zwingend, macht das Set aber unsauber.

Reine Namens- und Ablagefehler kann clrmamepro direkt beheben, wenn du die entsprechenden Fix-Optionen im Scanner anhakst. Fehlende oder inhaltlich falsche ROMs kann es nicht erfinden. Für die brauchst du eine Quelle, und genau dafür ist der Rebuilder da.

Fehlende Dateien ergänzen (Rebuild)

Der Rebuilder ist das Herzstück beim Umbau. Du zeigst ihm eine Quelle, und clrmamepro identifiziert darin jede Datei über ihre Prüfsumme statt über den Dateinamen. Passt eine Datei zu einem fehlenden ROM deiner Version, kopiert das Werkzeug sie korrekt benannt ins richtige Archiv im Zielpfad. Als Quelle eignet sich dein altes Set der anderen Version, ein Ordner mit losen Dumps oder ein zweites Set, aus dem du die passenden Teile ziehst.

So gehst du vor:

  1. Öffne den Rebuilder und wähl bei „Source“ den Ordner mit deinen Quelldateien.
  2. Entscheide, ob die Quelle nach dem Einbau erhalten bleiben soll. Für den ersten Durchlauf lass sie liegen, dann hast du einen Rückweg.
  3. Starte den Rebuild und lass clrmamepro die passenden Dateien in den Zielpfad einsortieren.
  4. Führ danach den Scanner erneut aus.

Was jetzt noch als „missing“ auftaucht, existiert in keiner deiner Quellen. Solche Lücken schließt du nur mit einer legalen Quelle, etwa einem eigenen Dump der Originalplatine oder einem offiziellen Re-Release. Erfinde hier nichts und such nichts auf dubiosen Seiten.

Ergebnis prüfen und in MAME testen

Ein sauberer zweiter Scan, bei dem für deine gewünschten Spiele nichts mehr fehlt und keine falschen Prüfsummen mehr auftauchen, ist das Ziel. Verlass dich aber nicht allein auf clrmamepro, sondern lass MAME selbst gegenprüfen:

mame deinspiel -verifyroms

Meldet MAME „romset is good“, passt das Set zu deiner Version. Startet ein Spiel danach trotzdem nicht, liegt es meist an CHD-Dateien oder Samples, die separat liegen, oder an einem BIOS im falschen Pfad. Wenn beim Start weiterhin eine Prüfsummen- oder „not found“-Meldung erscheint, geht der Beitrag ROM nicht gefunden oder falsche Prüfsumme die Ursachen der Reihe nach durch.

Wenn du sauber arbeitest, wird dieser Ablauf zur Routine: Bei jedem MAME-Update erzeugst du ein frisches DAT, legst ein neues Profil an und lässt scannen und rebuilden. Details zu den Kommandozeilen-Optionen und zum Verhalten der Prüfroutinen findest du in der MAME-Dokumentation sowie auf der offiziellen MAME-Seite.

clrmameproDAT-FileRomsetROM ManagerMAME

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